Der Boxermotor – das Herzstück unserer liebsten Porsche-Modelle

Boxermotoren gehören zum Image der Marke Porsche wie der Kolben zum Zylinder. Porschefahrer lieben den unnachahmlichen Klang ihres Boxermotors, die Leistung und den sanften Lauf.


Woher kommt der Name „Boxermotor“?

Der Boxermotor trägt seinen Namen auf Grund seiner einzigartigen Bauweise, die an die Kampfbewegung zweier Boxer erinnert. Man findet diese Bauweise so in keiner anderen Motorenart wieder.


Und wie kommt der Boxer in den Motor? Die Zylinder des Boxermotors liegen sich auf einer Ebene mit einem leichten Versatz gegenüber – jeweils zu beiden Seiten der Kurbelwelle. Jeder Zylinder ist durch eine eigene Kröpfung mit der Kurbelwelle verbunden. Die gegenüberliegenden Kolben bewegen sich stets im gleichen Kolbenhub: voneinander weg – aufeinander zu. Genau dieser Ablauf erinnert an die Fäuste zweier Boxer. Der Boxermotor ist getauft!



Zum Vergleich: Beim Reihenmotor stehen die Zylinder – wie es der Name schon vermuten lässt - in einer Reihe hintereinander.


Die Vorteile des Boxermotors

Porsche-Fahrer wissen um die entscheidenden Vorteile ihres Boxermotors. Herausragendes Alleinstellungsmerkmal des Boxermotors ist der unwahrscheinlich vibrationsarme und sanfte Lauf des Motors. Der Boxermotor ist hier unumstritten Vorreiter und anderen Motorenarten weit überlegen.


Die einzigartige Bauweise des Boxermotors ermöglicht diesen sanften Lauf. Grund dafür ist zum einen der Gleichtakt der gegenüberliegenden Kolben. Die Kräfte, die bei der Bewegung der Kolben entstehen, heben sich wechselseitig auf – Vibrationen werden minimiert! Der Boxermotor verlangt nicht einmal nach Ausgleichsgewichten oder Ausgleichwellen.


Zum anderen trägt auch die kürzere Kurbelwelle, die auf Grund der gegenüberliegenden Zylinder verbaut werden kann, dazu bei, dass der Boxermotor besonders ruhig läuft. Die kompakte Bauweise schenkt dem Boxermotor obendrein noch eine höhere Lebenserwartung. Robust und nachhaltig sind weitere Attribute, die sich dem Boxermotor zuschreiben lassen.



Die Nachteile des Boxermotors

So viele Vorteile der Boxermotor auch aufweist, so gibt es dennoch einen entscheidenden Nachteil, der einige Hersteller von der Verbauung des Boxermotors in ihren Fahrzeugen abhält.

Die doppelte Anzahl verschiedener Motorenteile wie Nockenwellen oder Zylinderköpfe sind die Schuldigen. Die komplexe Bauart macht den Boxermotor in der Herstellung und Wartung aufwendig und signifikant teurer als andere Motorenarten.


Ein weiteres nachteiliges Detail sei genannt, welches wiederum auch als Stärke für Design und Fahrspaß genutzt werden kann. Die Passform des Boxermotors lässt sich nur in ganz bestimmten Fahrzeugtypen verbauen.


Was ist an der Form des Boxermotors so speziell? Der Boxermotor ist zwar flach, jedoch außergewöhnlich breit. Er kann in der Folge nicht quer verbaut werden. Der tiefe Schwerpunkt des Motors ist jedoch vorteilhaft für einen Einbau als Heck- oder Mittelmotor bei einem Fahrzeug mit einem Hinterrad- oder Allradantrieb.


Wer verbaut Boxermotoren?

Die Vor- und Nachteile des Boxermotors haben wir bereits beleuchtet. Heute profitieren maßgeblich zwei Fahrzeughersteller von den Vorteilen des Boxermotors, da sie ihre Fahrzeugbauart auf die Ansprüche des Boxermotors ausgerichtet haben: Porsche und Subaru.


Boxermotoren werden außerdem von einigen Herstellern in Motorrädern verbaut. Hierzu zählt beispielsweise BMW.


Porsche und Boxermotoren

Bereits im Jahr 1948 stellt Porsche das erste Fahrzeug mit einem Boxermotor vor: der 356 kam damals mit einem Vierzylinder-Boxermotor auf den Markt. Er war als Mittelmotor verbaut.


Porsche entwickelte sich im Laufe der Jahre weiter und stellte ab 1963 die ersten Sechszylinder-Boxermotoren in den Modellen 901 und 911 vor. In diesem Zeitraum begann Porsche außerdem die Motoren in das Heck zu verlagern.


Bis heute produzierte Porsche weit mehr als 1,65 Millionen Fahrzeuge mit Boxermotoren.


Aber warum hält Porsche trotz hoher Herstellungs- und Wartungskosten an Boxermotoren fest? Ganz einfach - Boxermotoren sind aus Porsche-Fahrzeugen nicht mehr wegzudenken und haben sich zu einem richtigen Kult entwickelt. Seit vielen Jahren prägt Porsche sein Markenimage durch den Verbau von hochwertigen und robusten Boxermotoren.


Wer hat´s erfunden?

Schließen wir mit einer Reise in die Vergangenheit ab. Auch wenn viele den Boxermotor unmittelbar mit Porsche in Verbindung bringen, so kommt die Idee nicht aus dem Hause Porsche.


Bereits im Jahr 1896 hatte Carl Benz die Idee für den „Contra-Motor“. Erst später wurde dieser dann zum Boxermotor umgetauft. Carl Benz verbaute den ersten Zweizylinder-Boxermotor in einem Modell der Benzwerke mit rund 10 PS.



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